Das Jahresthema „Klasse für sich“ umschreibt Künstlerinnenvitae, die von einer lebenslangen Passion und beharrlichem Bemühen um eigene Formulierungen zeugen. Im Stillen entwickeln diese Künstlerinnen ein Werk, das in Qualität und Handschrift hinter dem berühmt gewordener Kollegen nicht zurücksteht. Zwei Pionierinnen des 20. Jahrhunderts sind die ersten beiden Ausstellungen gewidmet. Sie, die um die Jahrhundertwende Geborenen, litten unter politischer Ausgrenzung, hinzu kamen die Katastrophen des zweiten Weltkriegs und das männliche Vorurteil gegenüber „weiblicher“ Kunst und Konkurrenz. – Auch die Generation der in der Nachkriegszeit geborenen Künstlerinnen tat sich vorwiegend schwer, sich einen weithin bekannten Namen zu erarbeiten. Die Gründe hierfür sind andere und weniger offensichtlich als bei den älteren Kolleginnen. Zwei weitere Ausstellungen fragen nach Hintergründen.

KATE DIEHN-BITT Nahsicht (22.1. – 21.2.2018) Malerei und Zeichnung der jungen Rostockerin Kate Diehn-Bitt (1900 -1978) knüpfen an die Neue Sachlichkeit an, entwickeln dann expressive Züge zur Zeit der erzwungenen inneren Emigration im Dritten Reich und in der DDR. In ihrer Spätzeit kulminiert Diehn-Bitts Arbeit in der naiv anmutenden Bildsprache kleinformatiger Collagen. Deren explodierender Farbigkeit und wagemutigen Kombinationen sind Motive, Erinnerungen und Not eines ganzen Lebens eingeschrieben.

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LOUISE RÖSLER – Malerin (22.4. – 21.5. 2018) Auch wenn die Umstände – Ausstellungsverbot für sie und ihren Mannes Walter Kröhnke seit 1933, Ausbombung und Verlust fast aller bisherigen Arbeiten, Kriegstod ihres Mannes, alleinerziehende Mutter in Nachkriegsarmut- sie zeitweise hinderten, der Malerei wie gewünscht nachzugehen, gab sie nie auf. Auch brachten ihr die vielen Jahre bis zu ihrem Tod 1993 nicht die ihr gebührende breite Anerkennung. Doch formulierte sie in in der Abgeschiedenheit ihrer winzigen West-Berliner Zweizimmerwohnung ihre unverwechselbare Bildsprache zielstrebig aus. Sujet ihrer grundständig heiteren Malerei und späteren Collagen sind vielfach Stadtmotive. Fassaden, Straßen, Parks und Plätze in farbigen Zwischenwerten lösen sich auf in tänzerisch rhythmisierten Bildräumen.
Foto Louise Rösler (1907-1993)

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30.6.2018, 20 Uhr, KunstFleck   

„Finding Vivian Maier“ Der amerikanische Dokumentarfilm (2013, Regie: John Maloof) begibt sich auf die Spuren der autodidaktischen Fotografin Vivian Maier (1929-2009). Mit ihrer Rolleiflex und später Leica folgte sie, die ihr Brot als Kindermädchen verdiente, heimlich dem urbanen Leben in New York, Los Angeles und Chicago und hinterließ ein zufällig entdecktes, überwältigendes und hochprofessionelles fotografisches Erbe.

In unserer Reihe „Klasse für sich“

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ELKE HOPFE – Zeichnerin (2.9. – 30.9.) Elke Hopfe (*1945 in Limbach-Oberfrohna) gilt Kennerkreisen als herausragend in ihrem Metier. Sie blieb der Zeichnung über Jahrzehnte treu, ergründet dieses Medium immer wieder neu. Zu ihren Arbeiten sagt sie: „Ich drücke (das) mit Grauwerten aus: ein weiches Grau, ein hartes Schwarz, ein weiches Schwarz, eine hingehauchte Linie, das ist auch farblich!““ – Selbst Absolventin der HfBK Dresden, unterrichtete sie dort ab 1988, von 1992 bis 2010 als Professorin für Grafik.
Film zu Mittsommer (30. Juni, 20 Uhr) Der amerikanische Dokumentarfilm „Finding Vivian Maier“ (2013, Regie: John Maloof) fragt nach der autodidaktischen Fotografin Vivian Maier (1929-2009). Mit ihrer Rolleiflex und später Leica folgte sie, die ihr Brot als Kindermädchen verdiente, heimlich dem urbanen Leben in New York, Los Angeles und Chicago und hinterließ ein zufällig entdecktes, überwältigendes und hochprofessionelles fotografisches Erbe.

SOPHIE NATUSCHKE – Landwesen ( 21.10.– 25.11.) Sophie Natuschke (*1950 Bautzen) studierte Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Państwową Wyższą Szkołą Sztuk Pięknych in Danzig. Seit 1979 lebt sie im Oderbruch. Ausschließlich hier findet sie ihre Themen. Die knappen, spontan gesetzten Linien ihrer Bleistift- und Blauzeich-nungen erschließen Tiefe, Fläche und Atmosphäre des spröden Landstrichs. Feine Beobachtung und grafische Linienführung kennzeichnen auch Sophie Natuschkes anmutig-verspielten Tierfiguren aus Eisendraht, die sie als „Luftzeichnung“ versteht. Mit empathischem Witz weiß sie charakteristische tierische Körpersprache in diesen plastischen Objekten zu pointieren.

 

Vereinsausflug (27. Mai) in das Ernst Barlach-Haus Hamburg, Ausstellung Antonio Calderara (1903-1978), Lichtmalerei in kleinen Formaten.

Vereinsausflug nach Berlin (Oktober 2018) Schwerpunkt private Sammlungen (Boros-Bunker, Sammlung Hoffmann, ggf. Museum Berggruen). Noch ist der endgültige Termin offen, auch ob es ein ein- oder zweitägiger Ausflug wird.

Filmabend für Mitglieder und Freunde (16. Dezember)

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